Mittwoch, September 20, 2017
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Was man in Frankreich nicht machen sollte

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DINGE, DIE MAN IN FRANKREICH BESSER NICHT TUN SOLLTE

DINGE, DIE MAN IN FRANKREICH BESSER NICHT TUN SOLLTE

Als Urlauber läuft man Gefahr, am Reiseziel in diverse Fettnäpfchen zu treten, weil man die dortigen Sitten und Regeln nicht kennt. Denn die unterscheiden sich zum Teil eklatant von dem, was man aus der Heimat gewöhnt ist. Passend zur EM hat DerStrohmann die zwölf größten No-Gos im diesjährigen Gastland Frankreich zusammengestellt.

1. Im Restaurant einfach hinsetzen
Hierzulande sind wir es gewohnt, uns im Restaurant an einen freien Tisch zu setzen, sofern kein „Reserviert“-Schild darauf steht. In Frankreich jedoch sollte man es tunlichst vermeiden, sich den Tisch selbst auszusuchen und einfach hinzusetzen. Stattdessen wartet man am Eingang, bis man vom Kellner begrüßt und zu einem freien Platz geleitet wird. Sollte man einen anderen Tisch bevorzugen, kann man höflich nachfragen, ob dieser ebenfalls noch frei ist – sollte aber besser nicht diskutieren, wenn die Antwort nein lautet.

2. Kein einziges Wort Französisch sprechen
Auch wenn Sie nie Französisch gelernt haben, sollten Sie dennoch zumindest ein paar Wörter und Redewendungen kennen, wenn Sie nach Frankreich fahren. Damit zeigen Sie eine gewisse Wertschätzung für die Sprache, auf die die Franzosen sehr stolz sind und die sie rege pflegen und schützen. Wer dagegen gleich auf Englisch losplappert oder es mit Deutsch probiert, erntet womöglich beleidigte Blicke und gerümpfte Nasen. Allerdings steckt meistens, wie von vielen fälschlicherweise angenommen, keine Arroganz dahinter, sondern vielmehr Scham: Franzosen sprechen einfach nicht gerne Englisch – weil sie es oft nicht gut können.

3. Ein Baiser bestellen
Wenn Sie in Frankreich Lust auf ein ganz bestimmtes Zuckergebäck bekommen, sollten Sie in der Bäckerei besser kein Baiser bestellen – obwohl der Name doch so schön französisch klingt. Es handelt sich auch um ein französisches Wort, allerdings wird die Verkäuferin denken, Sie wollten einen Kuss von ihr. Schlimmstenfalls glaubt sie gar, Sie wollten ihr ein unmoralisches Angebot machen – denn „Baiser“ wird im Französischen auch umgangssprachlich für das hierzulande gebräuchliche F*en verwendet. Das korrekte Wort für das Zuckergebäck lautet: Meringue.

4. Gleich drauflosküssen
Franzosen begrüßen sich mit Küsschen, so viel ist bekannt. Allerdings sollten Sie einer neuen Bekanntschaft auf keinen Fall aus eigener Initiative gleich einen Bisegeben – denn küssen darf nur, wer sich gut kennt. Anfangs gibt man sich auch in Frankreich zunächst nur die Hand. Und auch beim späteren Begrüßungsküsschen will die richtige Art gelernt sein: In den meisten Gegenden gibt man sich zwei bis vier Küsschen und beginnt dabei mit der rechten Wange, wobei es kein direkter Schmatzer auf die Haut sein sollte, sondern vielmehr eine leichte Berührung der Wangen. In anderen Regionen Frankreichs, zum Beispiel im Osten oder in der Provence, beginnt man dagegen mit der linken Wange, und manchmal bleibt es auch bei nur einem Kuss. Am besten, Sie lassen Ihr Gegenüber den Takt angeben, dann kann kaum etwas schief gehen.

5. Fremde einfach duzen
In Deutschland ist es unter jungen Leuten gang und gäbe, sich sofort zu duzen, und in Berlin würde man kaum auf die Idee kommen, den Kellner in der Bar oder den Verkäufer im Bioladen zu siezen. In Frankreich dagegen geht es in dieser Hinsicht weitaus förmlicher zu, und selbst junge Leute gleichen Alters siezen sich zunächst oft. Erst, wenn man sich besser kennt, darf geduzt werden.

6. Das „Okay“-Zeichen machen
Mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis formen – damit zeigt man hierzulande an, wenn man etwas besonders gut findet oder ein Gericht besonders lecker schmeckt. In Frankreich sollten Sie diese Geste allerdings tunlichst vermeiden, denn damit signalisieren Sie, dass Sie Ihr Gegenüber für eine Null oder für völlig wertlos halten.

7. Für Wasser Geld bezahlen
Bestellen Sie im Restaurant keine Wasserflaschen – es sei denn, Sie wollen welches mit Kohlensäure. Wer stilles Wasser möchte, der bestellt einfach un verre d’eau, une carafe d’eau oder ganz einfach: de l’eau. Das gibt es in der Regel gratis. In Paris findet man zudem vielerorts die sogenannten Wallace-Brunnen. Der Engländer Richard Wallace hatte ab 1872 Dutzende davon aufstellen lassen – als Geschenk an die arme Bevölkerung. Noch heute fließt aus ihnen Wasser in Trinkqualität.

8. Wertgegenstände im Auto lassen
Generell sollte man natürlich nirgendwo Wertgegenstände im Auto lassen. Aber gerade, wenn man mit dem eigenen Auto nach Frankreich reist, ist besondere Vorsicht angesagt, denn ausländische Kennzeichen locken Diebe erst recht an. Schließlich haben Touristen oft teure Kameras oder Navigationsgeräte bei sich, oder es wird Gepäck im Kofferraum vermutet.

 

9. Nackt in die Sauna gehen
Wer in Deutschland mit Badesachen in die Sauna geht, wird schief angeguckt. In Frankreich, wie auch in einigen südeuropäischen Ländern, ist das Gegenteil der Fall: Hier sollte man auf keinen Fall völlig nackt eine öffentliche Sauna betreten. Allenfalls in geschlechterspezifisch getrennten Saunen ist textilfreies Schwitzen erlaubt. Ansonsten gilt: nur mit Badehose oder Bikini/Badeanzug oder ggfs. mit umgebundenem Handtuch.

10. Aus Neugier Banlieues besuchen
Die Randbereiche von Großstädten heißen auf Französisch Banlieues. Meistens sind das ausgedehnte Hochhaussiedlungen, in denen eigene Regeln herrschen und die mancherorts eine hohe Kriminalität aufweisen. Auch wenn die Architektur der vor 50 bis 60 Jahren entstandenen Wohnblöcke für viele sicher interessant ist, sollte man als Tourist keinesfalls aus Neugier in dieBanlieues von Paris, Straßburg oder anderen Städten fahren, schon gar nicht alleine. Wenn es denn unbedingt sein muss, sollte man eher an einer geführten Tour im Bus teilnehmen.

11. Die Rechnung getrennt zahlen
In Deutschland ist es üblich, die Rechnung untereinander aufzuteilen und nur den Teil zu bezahlen, den man auch konsumiert hat. In Frankreich allerdings wird der Kellner ungläubig mit dem Kopf schütteln, wenn Sie ihn darum bitten, die Rechnung auf diese Weise aufzudröseln. Üblicherweise übernimmt ein Gast die gesamte Rechnung und man teilt die Summe anschließend einfach durch die Anzahl der Leute – egal, wie viel jeder einzelne konsumiert hat.

12. Einfach so einen Zebrastreifen betreten

Hierzulande sind wir daran gewöhnt, dass Autofahrer vor Zebrastreifen langsamer fahren und auch tatsächlich anhalten, wenn man diese Straße überqueren möchte. Zwar gelten in Frankreich ähnliche Verkehrsregeln, allerdings kann man als Fußgänger mitunter lang warten, bis ein Auto wirklich stoppt. Die Chancen steigen, wenn man per Handzeichen signalisiert, dass man tatsächlich über die Straße will. Auch hilft es, schon mal einen Fuß vorsichtig auf die Straße zu setzen. Im Idealfall schließen Sie sich einem Franzosen an, der ebenfalls gerade über den Zebrastreifen will – er weiß garantiert, wie man Erfolg hat.

Einfach so einen Zebrastreifen betreten

 

Fachwerkhäuser – Vorteile

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    Das neue Eigenheim von Brigitte Dahm im ostwestfälischen Enger nahe Bielefeld ist noch längst nicht fertig. Doch Passanten bleiben immer wieder staunend stehen. „Schau mal, entfährt es ihnen dann spontan, wie schön doch das Haus ist“, erzählt die Bauherrin mit hörbarer Freude.

    Brigitte Dahms künftiges Zuhause ist ein klassisches Fachwerkhaus: Helle Eichenbalken, der obligatorische Sinnspruch über der tannengrünen Haustür, Fachwerkrosetten. Und oben über dem Giebel kreuzen sich zwei Pferdeköpfe.

    Sicher, die Gefache müssen erst noch mit den roten Ziegeln ausgemauert werden. Doch schon in diesem unfertigen Zustand ist unverkennbar, wie sehr Form, Materialien und Farben im Einklang mit der überlieferten Bautradition des Fachwerkhauses stehen.

    Renaissance in Niedersachsen

    Unter den neuen Häusern in der Siedlung von Brigitte Dahm stellt ihr Fachwerkhaus eine Ausnahme dar. Doch die gelernte Gärtnerin konnte sich nichts anderes vorstellen. Dahm hat 25 Jahre lang in einem alten Fachwerkhaus gelebt. Das alte steht nun neben dem neuen. Zukünftig wird die 58-Jährige ihr Familienhaus, das zu einem Resthof mit Scheune und altem Obstgarten gehört, an eine junge Familie vermieten. Das neue dagegen ist „unser Altenteil“, wie sie es nennt. In diesem Sommer will sie es nach nur achtmonatiger Bauzeit gemeinsam mit ihrem Partner beziehen.

    Auch beim Innenausbau wird an hochwertigen Materialien wie Holzdielen, speziellen Fliesen oder einem Grundofen mit Kachelverzierung nicht gespart

    Thomas Pennigh
    Präsident des Verbands privater Bauherren (VpB)

    Vor allem in Niedersachsen erlebt das neue Fachwerkhaus nach traditionellem Vorbild eine Renaissance. Es ist auch eine der Regionen, in denen diese Art des Bauens eine besonders lange Tradition hat. In dem Nischenmarkt, der sich gebildet hat, treffen vor allem Fachwerkliebhaber auf Anbieter, deren Bauhandwerker noch mit alten Handwerkstechniken und lokalen Baustoffen vertraut sind, und die Häuser bauen können, die wie alte Bäume wirken, irgendwie zeitlos, als wären sie schon immer da gewesen.

    Ihre Urahnen haben in der Tat eine lange Geschichte. Schon seit der Jungsteinzeit zählten in ganz Mitteleuropa Lehm, Holz und Stroh zu den Grundstoffen, die beim Bau zum Einsatz kamen. Das Holz diente für die Gebäudekonstruktion und das Dach, mit Lehm wurden die Wände aufgebaut, und das Stroh kam bei der Bedachung zum Einsatz. Die ältesten Fachwerkhäuser hierzulande dürften etwa aus dem 14. Jahrhundert stammen. In nennenswerter Anzahl erhalten geblieben sind allerdings erst Gebäude, die im 18. oder 19. Jahrhundert errichtet wurden.

    Unsachgemäße Sanierung zog oft den Abriss nach sich

    Peter Eggemann hat sich dieser Bauweise mit ganz und gar verschrieben. Bereits als junger Mann machte der aus dem südniedersächsischen Melle stammende Kaufmann seine Leidenschaft zum Beruf und sanierte zunächst zahlreicheFachwerkhäuser.

    Inzwischen spielt die Sanierung keine Rolle mehr. Eggemann baut seinen Kunden neue, konstruktiv tragende Fachwerkhäuser. Auch, weil der Neubau meist wesentlich günstiger ist als die aufwendige Sanierung eines alten Fachwerkhauses.

    Der Unternehmer wuchs in einer Zeit auf, in der es um den traditionellen Holzskelettbau nicht gut bestellt war. „Es begann mit dem Abriss landwirtschaftlicher Nutzgebäude, die durch moderne Industriegebäude ersetzt wurden, und endete nicht selten mit dem Abbruch des ganzen Wohnhauses“, erinnert sich Eggemann. Oft wurde das am Ende nötig, weil nicht fachgerecht und mit ungeeigneten, modernen Baustoffen wie etwa Kunststofffarben oder -putzen renoviert wurde, was häufig massive Schimmel- und Feuchtigkeitsschäden nach sich zog.

    Gegen diesen baukulturellen Frevel formierte sich in den 60-er Jahren eine Fachwerkszene, die in erster Linie aus Anhängern dieses Haustyps bestand. Viele von ihnen begannen, die zahlreichen lieblos sanierten Häuser auf dem platten Land behutsam in ihren Ursprungszustand zu versetzen. Bis die Nachfrage wuchs und das Angebot an geeigneten Fachwerkhäusern immer geringer wurde.

    „Irgendwann stellten wir uns dann die Frage, warum wir klassische Fachwerkhäuser nicht einfach selber bauen“, sagt der gelernte Kaufmann rückblickend. Das war 1996. Seitdem hat er mithilfe seines Unternehmens „DLK (Deutsche Landhaus Klassiker GmbH)“ rund 150 neue massive Fachwerkhäuser in ganz Deutschland errichtet.

    Eggemann ist längst nicht mehr allein auf dem Markt. Einer seiner Mitstreiter ist etwa Ingolf Christiansen. „Was die Bauherren von traditionellen Holzskelettbauten eint, ist ihre Liebe zur klassischen Architektur und die Natürlichkeit, die solche Bauten ausstrahlen“, sagt der Chef des Unternehmens „Landhausbauten“, das ebenfalls bundesweit Fachwerkhäuser errichtet.

    Baustoffe größtenteils aus der Region

    Das Faible fürs Fachwerk ist aber auch ein Versuch, sich stärker mit der Region zu identifizieren, einen Rückzugsort in globalisierten Zeiten zu finden, in einem Haustypus, der über Jahrhunderte die Hauslandschaften hierzulande bestimmt hat. Zur ganzheitlichen Bau- und Wohnkultur gehört es, nach der Fertigstellung in einem Gebäude zu leben, dessen Materialien weitgehend aus der Region kommen.

    Ingolf Christiansen bezieht etwa das Eichenholz für seine Holzskelettbauten aus deutschen Regionen. Gleiches gilt für die Ziegel, die für die sogenannte Ausfachung verwendet werden. Die Ausführung überlässt der Brandenburger anschließend ortsansässigen Bauhandwerkern, die die Regeln der Baukunst der Fachwerkhäuser noch von der Pike auf gelernt haben.

    Das Angebot der einzelnen Fachwerkhaushersteller weist dabei nur geringe Unterschiede auf. Ähnlich wie im Fertighausbau haben die Anbieter häufig eine Reihe unterschiedlicher Modelle im Angebot. Grundriss und Architekturdetails sind dabei jedoch an die Wünsche des Bauherrn anpassbar. Es gibt kleine und große Fachwerkhäuser mit Wohnflächen von 90 bis 500 Quadratmetern, je nach Bedarf und Geldbeutel.

    Energetisch stehen die neuen klassischen Holzskelettbauten der Konkurrenz in nichts nach. Mit meist ökologischen Dämmsystemen und modernen Heizsystemen wie etwa Wärmepumpen, Erdwärme oder Pelletheizungen erfüllen sie die Anforderungen der aktuellen Energie-Einsparverordnung (EnEV). Selbst Plusenergiehäuser, die mehr Energie generieren, als sie verbrauchen, sind im modernen Fachwerkhaus möglich.

    Hinzu kommt: Die verwendeten Materialien wie etwa Holz, Ziegelstein, Lehm- oder Kalkzementputze „regulieren den Feuchtigkeitshaushalt optimal und sorgen zudem für ein gesundes Raumklima“, sagt Ingolf Christiansen.

    Doch wer sich ein neues Fachwerkhaus zulegt, „ist auch bereit, mehr auszugeben“, beobachtet Thomas Pennigh, Präsident des Verbands privater Bauherren (VpB) und Leiter des Regionalbüros Braunschweig. In der Regel zählten die Bauherren zu den Besserverdienenden. Da besteht dann nicht allein die Fassade aus Naturmaterialien. „Auch beim Innenausbau wird an hochwertigen Materialien wie Holzdielen, speziellen Fliesen oder einem Grundofen mit Kachelverzierung nicht gespart„, so Pennigh weiter.

    Um das nachzuvollziehen, lohnt sich ein Blick in die ländlichen Gemeinden nördlich von Hannover. Etwa in die Wedemark. Hier arbeitet der Immobilienmakler Markus Schulze. In dem Landstrich mit seinen 17 Dörfern findet man immer wieder kleine Fachwerkhaus-Ensembles, bisweilen stehen alte Fachwerkhäuser neben neuen.

    Nicht teurer als andere Neubauten

    Wer hier ein solches Objekt kaufen will, der muss nicht bloß finanzkräftig sein, sondern auch große Ausdauer zeigen. Denn „die Nachfrage nach Fachwerkhäusern – ob alt oder neu – übersteigt deutlich das Angebot“, weiß Schulze.

    Der Makler spricht dabei von Objekten, die 180 bis 300 Quadratmeter groß sind und zwischen 400.000 und 900.000 Euro kosten. Im Gegensatz zu gängigen Häusern in der Region, die ihren Wert halten, zeichnen sich jedoch die Fachwerkhäuser angesichts der konstant steigenden Nachfrage „durch einen Wertzuwachs von bis zu 15 Prozent pro Dekade aus“, weiß der Immobilienmakler.

    Dabei muss ein neues Fachwerkhaus nicht zwangsläufig teuer sein. Die Häuser von Peter Eggemann etwa kosten zwischen 1300 und 1700 Euro pro Quadratmeter. Sie sind damit nicht teurer als ein durchschnittliches Fertig- oder Massivhaus. Wer zudem bereit ist, „bei der Materialauswahl im Innenbereich zu sparen oder Arbeiten etwa beim Ausbau der ersten Etage selbst zu übernehmen, kann sein Baubudget deutlich reduzieren“, sagt VpB-Experte Pennigh.

    So wie Brigitte Dahm. Die Bauherrin leistet viel Arbeit in Eigenregie. Dahm hilft den Handwerkern, wo sie kann, schneidet die natürliche Dämmung aus gepresstem Holz oder verputzt die Gefache von innen mit einem Lehmputz.

    Und dennoch: Dass das traditionelle Fachwerkhaus aus seiner Nische herausfindet und wieder an frühere Zeiten anknüpft, daran glaubt Bauherren-Berater Pennigh nicht. Derzeit schätzt der Bauherren-Berater den Anteil der Fachwerkhäuser im Einfamilienhaussegment am Gesamtmarkt auf unter fünf Prozent. Das liegt daran, „dass zum einen die meisten Bauherren immer noch die schnelle Lösung favorisieren, ohne dass sie selbst groß Hand anlegen müssen“, sagt Pennigh.

    Ein Fertighaus steht in zwei bis drei Monaten. Ein Fachwerkhaus benötigt dagegen in der Regel acht Monate Bauzeit. Zum anderen „spielt nicht jedes Bauamt immer mit“, so der Bauherrenberater weiter. Ein Haus mit einem acht Meter hohen Giebel sei längst nicht immer in jedem Bauplan vorgesehen.

    Hinzu kommt, „dass der Massengeschmack heutzutage durch die schiere Präsenz der Bauträger- und Fertighäuser bestimmt wird“, sagt Ingolf Christianus. Brigitte Dahm genießt derweil die langsame, aber stetig voranschreitende Fertigstellung ihres Hauses. Und auch wenn es bis dahin noch etwas dauert: Schiefgehen dürfte jetzt eigentlich nichts mehr. Auf dem geschwungenen Balken über der Haustür steht schon jetzt geschrieben: „Von guten Mächten wunderbar geborgen“.

    Quelle: Welt.de

    Sommer oder Winterreifen?

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    Die Rechtslage was den Zeitpunkt zum wechsel auf die Sommerreifen betrifft

    Dienstag, 24. Mai 2016

    Der Winter hat die letzten Wochen in Deutschland nochmal das ein oder andere Comeback hingelegt. An etlichen Stellen drohten Frost und Glatteis. Müssen Autofahrer, die bereits ihre Sommerreifen aufgezogen hatten, jetzt wieder wechseln?

    Der Wintereinbruch in der letzten Aprilwoche hat Autofahrer, die bereits ihre Sommerreifen aufgezogen hatten, kalt erwischt. Viele Autofahrer haben seit Ostern die Reifen gewechselt. Doch was sagt die deutsche Rechtslage über das Zusammenspiel von Aprilwetter und Autobereifung? Macht sich jemand, der bei diesem Wechselwetter das Gefährt schon mit Sommerreifen bestückt hat, automatisch strafbar?

    Nein, die Straßenverkehrsordnung (StVO) kennt keinen bestimmten Zeitraum im Kalender, in dem Winterreifen aufgezogen werden müssen. Die Grundregel „Von Oktober bis Ostern“ hat also keine tatsächliche, juristische Bedeutung. In anderen europäischen Ländern gibt es aber solche Regelungen, beispielsweise existiert in Tschechien eine allgemeine Winterreifenpflicht bis zum 31. März.

    In Deutschland herrscht hingegen eine „situative Winterreifenpflicht“. Die Bereifung ist abhängig zu machen von den tatsächlichen Straßenverhältnissen. Herrschen Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch oder Reifglätte, darf ein Kraftfahrzeug nur gefahren werden, wenn es die erforderlichen Reifen besitzt. Wer bei derartigen Wetterverhältnissen mit Sommerreifen fährt, riskiert bei einer Kontrolle durch die Polizei ein Bußgeld und einen Punkt in Flensburg (§ 2 Abs. 3a StVO). Die Summe des Bußgeldes kann sich noch erhöhen, wenn aufgrund des Verstoßes eine Behinderung, Gefährdung oder sogar eine Sachbeschädigung eintritt.

    Gerade in der Übergangszeit von März bis Mai kann es auch lokal wesentliche Unterschiede in den Straßenverhältnissen geben. Gefährlich wird es dann vor allem an bestimmten Stellen, an denen sich die Kälte länger hält. Ein Beispiel hierfür sind Brücken, wo Eisglätte aufgrund von Wind und fehlender Bodenwärme schneller entstehen kann. Auch auf Straßenabschnitten, auf die wenig Sonne scheint, etwa in Waldgebieten, ist Vorsicht geboten.

    Wie es im Falle eines Unfalls oder Schadens um den Versicherungsschutz steht, ist nicht ganz eindeutig. Vor allem, wenn die Wetterlage auch nicht eindeutig ist. Möchte die Versicherung die Leistungen kürzen, muss sie dem Versicherungsnehmer eine grobe Fahrlässigkeit nachweisen. Die liegt dann vor, wenn der Versicherte seine gebotene Sorgfalt in außergewöhnlich hohem Maße verletzt hat. Fährt jemand im Februar auf eisglatter Fahrbahn mit Sommerreifen, ist das ein relativ klarer Fall.

    Komplizierter wird es allerdings, wenn das Winterwetter nicht durchgängig ist. Etwa, weil die lokalen Verhältnisse unterschiedlich sind, oder der Autofahrer von einem plötzlichen Kälteeinbruch überrascht wurde.

    Präzedenzfälle

    So urteilte das Amtsgericht Mannheim beispielsweise im vergangenen Mai zu Gunsten eines Versicherten. Von ihm forderte seine Versicherung eine hohe Selbstbeteiligung bei der Schadensregulierung, nachdem er bei Glatteis mit Sommerbereifung auf einer Brücke einen Unfall verursacht hatte. Dagegen klagte der Autofahrer – und bekam vor Gericht Recht (Az.: 3 C 308/14).

    Die Begründung: In den Tagen zuvor hätten noch zweistellige Temperaturen geherrscht, eine Glatteiswarnung vom Vortag war bereits aufgehoben worden. Rund um die Brücke waren die Straßen zum Unfallszeitpunkt weitgehend eisfrei. Außerdem konnte nicht nachgewiesen werden, dass sich der Unfall mit Winterreifen hätte verhindern lassen. Daher stellte das Gericht keine grobe Fahrlässigkeit des Versicherten fest. Die Versicherung konnte ihren Anspruch nicht durchsetzen und musste zahlen.

    Autofahrern, denen es nicht nur um einen klaren Versicherungsschutz, sondern auch um ihre Gesundheit geht, sollten vor allem eines tun: Nicht zu früh auf Sommerreifen wechseln. Wie aktuell erlebt, kann es auch noch Anfang bis Mitte Mai in Deutschland zu Frost und Glatteis kommen. Bis dahin sollten die Winterreifen am Auto bleiben.

    Passiert doch etwas, sollten Sie sich schnellstmöglich um anwaltliche Hilfe bemühen. Da, wie oben aufgeführt, solche Situationen sehr vom Einzelfall abhängen, müssen etliche Regulierungsfragen geklärt werden. Die können schnell zu Konflikten führen. Gerade in der Verhandlung mit Versicherungen, beziehungsweise deren Schadensregulierern, ist Fachwissen unersetzbar. Das bringen Fachanwälte mit, im Gegensatz zu den meisten Unfallbeteiligten.

    Nicht nur kann ein kompetenter Anwalt Regulierungsposten wie Verdienstausfall, Schmerzensgeld oder Nutzungsausfallschaden behandeln, er kann auch vor einer Zahlungsverweigerung durch Versicherungen schützen. Die Anwaltskosten sind außerdem regulierungspflichtige Schadenspositionen, die Sie bei Erfolg vor Gericht erstattet bekommen.

    Copyright: Verkehrsrechts-Anwälte im Deutschen Anwaltverein

    Quelle: http://www.kues.de/newsdetail.aspx?ID=15073

    Nyenhuis zieht um

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    Ein Unternehmen siedelt um

    Am Löchteweg in Spelle siedelt das Unternehmen Nyenhuis Umweltservice an. Ihr bisheriger Standort ist Rheine. Beim ersten Spatenstich waren vorne von links dabei: Spelles Bürgermeister Georg Holtkötter, Nicole und Holger Nyenhuis, seine Eltern Walter und Hildegard Nyenhuis sowie Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf. Am Löchteweg in Spelle siedelt das Unternehmen Nyenhuis Umweltservice an. Ihr bisheriger Standort ist Rheine. Beim ersten Spatenstich waren vorne von links dabei: Spelles Bürgermeister Georg Holtkötter, Nicole und Holger Nyenhuis, seine Eltern Walter und Hildegard Nyenhuis sowie Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf.
    Spelle. Das Unternehmen Nyenhuis Umweltservice siedelt von Rheine nach Spelle um. Am Löchteweg im Gewerbegebiet Südfelde ist am Dienstag der offizielle „erste Spatenstich“ zum Neubau von zwei Fahrzeughallen mit Bürogebäude, Betriebsplatz, Waschplatz und Stellplätzen auf dem 1,2 Hektar großen Betriebsgelände erfolgt.
    Das 1970 von Walter Nyenhuis in Rheine-Mesum als Installationsbetrieb gegründete Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben seit 1985 auf professionelle Rohrreinigung spezialisiert und sich in diesem Bereich stetig weiterentwickelt. In den 90er Jahren legte die Firma endgültig ihren Tätigkeitsschwerpunkt auf alles, was mit Rohren und Kanälen zu tun hat und gab den klassischen Installateursbetrieb auf. 2010 verlegte der Betrieb seinen Firmensitz von Mesum an die Düsterbergstraße in Rheine-Nord.
    Seit 1987 ist Holger Nyenhuis im Betrieb mit tätig, seit 2014 führt er das Familienunternehmen mit mittlerweile rund 50 Beschäftigten als alleiniger Gesellschafter.
    Die Fertigstellung und der Umzug in das neue Gebäude mit Betriebsstätte ist nach Angaben von Nyenhuis für den Herbst/Winter dieses Jahres vorgesehen. Das Investitionsvolumen bezifferte der Unternehmer mit rund zwei Millionen Euro. Die Sparkasse Emsland habe als neuer Geschäftspartner in Zusammenarbeit mit der Beratungsgesellschaft Brocks, Laschke und Partner aus Ahaus das Finanzierungskonzept entwickelt, so Nyenhuis.

    Warum der Umzug?

    Auf die Frage unserer Redaktion nach den Gründen des Umzuges von Rheine nach Spelle verwies der Unternehmer darauf, dass sich aufgrund der dynamischen Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Jahren der bisherige Standort als zu klein erwiesen habe. Mehrmonatige Verhandlungen mit der Stadt Rheine nach einem anderen Grundstück seien aber letztlich erfolglos geblieben. Flexible Rahmenbedingungen, die er für eine weitere erfolgreiche Entwicklung des Betriebes benötige, seien am Standort Rheine nicht mehr vorhanden gewesen.
    Anders in Spelle: Hier sei dies eine Sache von wenigen Wochen gewesen, lobte Nyenhuis die reibungslose Zusammenarbeit mit der Verwaltung. „Die Chemie stimmte von der ersten Minute an“, bilanzierte Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf. Die Lage des neuen Standortes in Sichtweite weiterer Entsorgungseinrichtungen wie HMS Marthen und der neue Wertstoffhof sei ideal.
    Das Unternehmen bedient die Bereiche Kanalreinigung und Kanal-TV-Inspektion, Entsorgungstechnik, Rohrreinigung und Kanalbau. Der Einzugsbereich der gewerblichen, kommunalen und privaten Kunden umfasst über 200 Kilometer. Die innovative Technik sei jederzeit einsetzbar, unterstrich Nyenhuis. Das Unternehmen gewährleiste einen 24-Stunden-Service.
    Mehr aus Spelle lesen Sie in unserem Ortsportal.

    Quelle: http://bit.ly/27CGigq

    Ein schöneres Heim dank…

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    …der Gemeinschaft!

     

    ESCHWEILER-WEISWEILER. Es ist kaum wiederzuerkennen, das Wohnheim an der Severinstraße. Seit sich Brigitte Averdung-Häfner mit ihrer Gruppe um die hier lebenden Menschen kümmert, ist aus der schmuddeligen Unterkunft ein akzeptables Heim geworden. Eines, in dem die Bewohner miteinander reden, statt sich in ihre Zimmer zu verkriechen, und Verantwortung übernehmen.

    Dabei sind es oft schon Kleinigkeiten, die den großen Unterschied machen: Hängten die Bewohner bislang ihre Wäsche zum Trocknen über die angrenzende Friedhofsmauer (was Friedhofsbesuchern ganz und gar nicht gefiel), so nutzen sie jetzt Wäscheleinen auf der Wiese hinter dem Haus.

    Bei „Putzpartys“, wie Brigitte Averdung es nennt, räumten sie das Areal des Wohnheims samt Umgebung gründlich auf, und auch den Frankenplatz haben sie schon gesäubert. Das und die Tatsache, dass sie die Weisweiler auf der Straße freundlich grüßen, hat zu einer breiten Akzeptanz geführt.

    Eigentlich wollte Averdung-Häfner die Stadt als Betreiberin des Wohnheims dazu bringen, hier für menschenwürdige Wohnverhältnisse zu sorgen. Weil aber die Stadt „nicht aus den Puschen“ kam, wurde sie selbst aktiv. Gut zwei Monate ist das her. Heute ist es ein harter Kern von an die 30 Helfern, die die Menschen an der Severinstraße anleiten, selbst aktiv zu werden.

    Mit Erfolg: Aus vielen der Fenster sind die Zeitungsblätter, die bislang als Sichtschutz Gardinen ersetzten, verschwunden; Vorhänge verschönern jetzt das Bild. In den Wohnräumen ersetzen immer mehr gespendete brauchbare Möbel den Schrott, in dem die Flüchtlinge dort bislang hausen mussten.

    Das St.-Antonius-Hospital zum Beispiel spendete 20 ausrangierte, aber völlig intakte Zweiersofas samt Tischchen. Und unter Anleitung der Averdung-Häfner-Gruppe griffen die auch selbst zu Farbe und Pinsel: Ein Großteil der insgesamt 35 Zimmer wurde inzwischen neu gestrichen, ebenso die Flure, die Küche und Duschen.

    Letztere bis auf eine: „Die ist so eklig und heruntergekommen, die müsste komplett erneuert werden“, sagt Brigitte Averdung-Häfner. Nach und nach wird das gesamte Wohnheim gestrichen – in frischen Farben. „Das schafft Wohlfühlatmosphäre, wo bisher alles schmuddelig und ungemütlich war.“

    Dazu gehört auch, dass die zuvor unappetitlichen Küchen – Herde, Fliesen, Fenster – mit ihren insgesamt vier Herden (für laut Stadt rund 80 Bewohner) gründlich geschrubbt und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet wurden.

    Im Keller des Haupthauses wollten die Helfer eigentlich einen Aufenthaltsraum mit Esstischen schaffen, damit nicht länger jeder Bewohner mit seinem Teller durch das gesamte Haus bis in sein Zimmer laufen muss. Eine laut Stadt zu geringe Deckenhöhe machte dies unmöglich.

    Statt der Esstische sollen nun die Waschmaschinen dort untergebracht werden. Ob die Möglichkeit besteht, zwei höhere Kellerräume durch den Abbruch einer Rigipswand zu einem größeren Aufenthaltsraum umzugestalten, ist noch offen: Seit einem Ortstermin am 9. September lässt die Stadt die Ehrenamtler auf ihre Entscheidung warten. Auch die Fassade des Hauses soll frisch gestrichen werden: Für Farbe und Gerüst hat die Gruppe schon einen Spender gefunden.

    „Gefunden“ ist auch das Stichwort, mit dem Peter Holtz einen Bewohner des Heims an der Severinstraße glücklich machte. Der Syrer lebte hier zurückgezogen, weinte oft, weil er seiner Familie verloren hatte. Der Eschweiler Diplom-Betriebswirt machte sich auf die Suche, forschte auf vielen Kanälen – und fand die Familie schließlich in einem Möbellager in Fürth.

    Holtz sorgte auch dafür, dass die Familie in Eschweiler wieder vereint wurde und der überglückliche Syrer sein 17 Monate altes Kind zum ersten Mal sah. Heute leben sie in einer der Monteursunterkünfte des RWE.

    Es sind Menschen aus Albanien und Syrien, Afghanistan und Mazedonien, Eritrea und Georgien, um nur einige Länder zu nennen, die hier auf eine bessere Zukunft hoffen. Menschen wie der Krankenpfleger Maliksada aus Afghanistan, dessen Frau von den Taliban umgebracht wurde und dessen Kinder – sechs und zwei Jahre alt – sich bei Verwandten in Afghanistan versteckt halten.

    Ihnen das Leben etwas erträglicher zu machen und vor allem: sie selbst dazu zu bringen, ihr Leben in die Hand zu nehmen, ist das Bestreben der Helfer um Brigitte Averdung-Häfner.

    Putzen oder Pinseln: Gemeinsam für ein schöneres Heim – Lesen Sie mehr auf:
    aachener-zeitung.de

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