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Es ist natürlich Quatsch, dass Design Männersache ist. Aber Frauen stehen auch auf diesem Feld oft im Schatten. Selbst dann, wenn sie uns ein Licht anzünden.

s passiert mit Lampen, wenn das Licht aus ist? Manche wirken im Raum dann wie Fremdkörper. Andere fallen kaum noch auf. Und dann gibt es noch solche, die ausgeschaltet eine zweite Identität entfalten und selbstbewusst ihre Position behaupten. Dazu gehören die Leuchten von Isabel Hamm. Die Designerin schafft kunstvolle Kompositionen aus Glas, die brillant-leuchtende Akzente setzen. Fast immer sind es Einzelstücke, die mit viel Feingefühl für den jeweiligen Ort konzipiert und realisiert werden.

Die Arbeiten der in Köln lebenden Gestalterin sind oft groß dimensioniert und werden aus filigranen Einzelteilen zusammengefügt: feine Glasröhrchen, die zu Hacken gebogen sind. Amorphe Plättchen, die Licht von allen Seiten einfangen und brechen. So glitzern und funkeln die Leuchtenobjekte – ein- oder ausgeschaltet. Bei jedem Licht.

Entwicklung einer neuen Formensprache

Es ist der schmale Grat zwischen Design und Kunsthandwerk, auf dem Isabel Hamm sich bewegt. Nicht Licht machen, sondern Beleuchtung schaffen und ein außergewöhnliches Raumobjekt noch dazu, ist ihr Credo. Immer liefert der Raum mit seiner gesamten Einrichtung den Hintergrund für Isabel Hamms künstlerische Leuchten. „Fast alle meine Projekte entstehen für einen konkreten Ort oder aus einem besonderen Anlass heraus“, sagt die Designerin.

Zu Beginn ihrer gestalterischen Laufbahn hat Isabel Hamm sich zunächst mit Keramik beschäftigt, eine handwerkliche Ausbildung als Meisterin abgeschlossen. Das war 1987. Fast zehn Jahre später, 1996, zieht es sie nach England. Zwei Jahre lang studiert die Gestalterin am Royal College of Art in London. In der Glashütte der Hochschule macht die Designerin erste Erfahrungen mit der Verarbeitung des Werkstoffs.

In immer neuen Experimenten entdeckt sie die gestalterischen Möglichkeiten, erforscht Grenzen und Schwierigkeiten im Umgang mit dem Material. Bestimmte Prozessschritte erinnern an den Umgang mit der Keramik, die Designerin kann Erfahrungen und handwerkliche Fähigkeiten aus ihrem bisherigen Schaffen für die Entwicklung einer neuen Formensprache nutzen. Der Vorgang zur Verformung des Glases beim Glasblasen beispielsweise hat durchaus Ähnlichkeiten mit der Bearbeitung des Tons auf der Drehscheibe.

Qualität des Lichtes als wichtiger Faktor

Doch Glasblasen ist immer auch Teamarbeit, als Einzelkämpfer lässt sich der Prozess nicht bewältigen. „Um gute Ergebnisse zu erzielen, muss man den Handwerkern Raum lassen und mit ihnen gemeinschaftlich auf Augenhöhe am Entwurf arbeiten“, erläutert Hamm den Produktionsprozess. Ehe das erste große Leuchtenprojekt zustande kommt, dauert es allerdings bis zum Jahr 2002. Zunächst wendet Isabel Hamm sich wieder der Gestaltung von Wohnaccessoires zu. Doch mit gläsernen Schalen und Vasen, die sich gängigen Vorstellungen von Formensprache und Stabilität verweigern, macht sie auf sich aufmerksam. Für ein Modegeschäft in Kitzbühel entwirft Hamm einen großen Glaslüster für die extravaganten Geschäftsräume.

Wie die Formgebung und die Materialwahl ist für Isabel Hamm auch die Qualität des Lichtes ein wichtiger Faktor im Gestaltungskonzept. „2007 habe ich zum ersten Mal LED ausprobiert, aber nur sehr reduziert eingesetzt. Mittlerweile hat sich vor allem die Lichtqualität verbessert“, sagt sie. Auch wenn Hamms Fokus auch weiterhin auf exklusiven Anfertigungen liegen soll, denkt die Designerin mittlerweile auch über die Serienproduktion von Leuchten nach. Anstoß gab die positive Resonanz, die ihre Pendelleuchte „Shades“ erfahren hat. Als Sonderleuchte für ein österreichisches Hotel entworfen, wollten schon bald die ersten Hotelgäste die Leuchte kaufen. „Shades“ ging in Serie. Eine erste, noch kleine Auflage ist weltweit zu kaufen.

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Quelle: faz.net

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