Kostenübernahme wird vom Gutachten des Gesundheitsamts abhängig gemacht. Daran wird immer wieder Kritik geübt. 63-Jährige bleibt auf 1750 Euro sitzen.
Wegen Schimmelbefalls in ihrer alten Wohnung war die 51-Jährige im Juli 2015 in eine neue Bleibe am Handwerksweg gewechselt. Weil Martina Wiemer unter einer Arthrose in der rechten Hand leidet, übernahm das Jobcenter die Umzugskosten von 892 Euro, inklusive Ab- und Aufbau. „Ich suchte mir eine Firma aus. Aber beim Amt hieß es, die sei nicht zugelassen. Stattdessen wurde mir ein Unternehmen in Wuppertal empfohlen“, sagt die alleinerziehende Mutter.

Als „Desaster“ bezeichnet sie den Ablauf des Umzugs. „Eine Sofalehne wurde durchgebrochen; in der Küche entstand ein Wasserschaden. Hinzu kamen etliche kleinere Mängel.“ Der größte Schreck folgte drei Tage nach dem Einzug. „Ich hatte meine neuen Nachbarn eingeladen und wollte einen Kuchen backen. Als ich den Elektroherd einschaltete, gab es eine Stichflamme und einen lauten Knall: Die Monteure hatten den Herd falsch angeschlossen.“ Das bestätigte der Bochumer Elektrobetrieb Lauster bei einer Begutachtung.

Kunde steht im Rechtsverhältnis
Martina Wiemer informierte unverzüglich das Jobcenter. „Aber dort interessiert man sich nicht für den Fall. Die haben die Rechnung ohne Beanstandung in voller Höhe bezahlt.“ Sprecher Johannes Rohleder erklärt, warum: „Nicht wir, sondern der Kunde steht in einem Rechtsverhältnis zu dem Umzugsunternehmen. Nur er kann einen Schaden geltend machen.“

Genau das tat Martina Wiemer. Mit mäßigem Erfolg. Über einen Anwalt forderte sie 800 Euro von der Wuppertaler Firma. Die weist jede Schuld von sich und legte gleichfalls Rechtsmittel ein. Ergebnis: ein Vergleich vor dem Amtsgericht, nach dem die Umzugsfirma verpflichtet wird, 150 Euro zu erstatten. „Damit sind alle wechselseitigen Ansprüche der Parteien erledigt“, heißt es in der Einigung.

Das war Anfang März. „Das Geld habe ich bis heute nicht bekommen“, sagt Martina Wiemer, die maßlos enttäuscht ist, dass „ich vom Jobcenter bei dem Rechtsstreit so allein gelassen werde. Schließlich hat die Behörde mir die Firma aufs Auge gedrückt. Die haben doch auch eine Verantwortung, wenn etwas kaputt geht“.

Immerhin: In ihrer Not konnte Martina Wiemer beim Jobcenter ein Darlehen aufnehmen: 455 Euro, die die Bochumerin in Monatsraten von 39,90 Euro abzahlt. Mit dem Geld hat sie sich u.a. einen Herd gekauft. Zwar gebraucht. Aber diesmal von einem Experten fachmännisch angeschlossen.

Billigster Anbieter erhält den Zuschlag
Trägt das Jobcenter die Kosten für einen Umzug, muss der Kunde drei Kostenvoranschläge einreichen. „Das günstigste Angebot erhält den Zuschlag“, erklärt Sprecher Johannes Rohleder. Zwar betont die Hartz-IV-Behörde: „Wir geben kein Unternehmen vor.“ Sehr wohl werde aber darauf hingewiesen, „dass bei der Suche bekannt preisgünstige Unternehmen zu berücksichtigen sind. So ist es auch mit der Stadt Bochum geregelt“.

 
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